Die Verhaltenstherapeutin:
Sylvia von Rudno-Rudzinski

 

Verhaltenstherapie


Verhaltenstherapie mit Kindern und Jugendlichen


Umfassende Erstuntersuchung Diagnostik und Therapie für folgende psychische Störungen und Erkrankungen:



- Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit oder ohne Hyperaktivität (ADS, ADHS)

- Umschriebene Entwicklungsstörung, Teilleistungsstörung (Legasthenie, Dyskalkulie)

- Tics und motorische Stereotypien

- Alterstypische Verhaltensauffälligkeiten

- Essstörungen (Adipositas, Anorexie, Bulemie)

- Störung der Impulskontrolle

- Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen

- Angststörungen im Kindes- und Jugendalter

- Sexueller Missbrauch und sexuelle Misshandlung

- Selbstverletzung und suizides Verhalten

- Psychische Störungen im Zusammenhang mit zelebralen Schädigungen





Aufmerksamkeitsdefizit Syndrom mit oder ohne Hyperaktivität
(ADS, ADHS) Symptome bei ADS:

Folgende altersunabhängige Merkmale sind immer vorhanden:

- Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung;
- Störung der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung;
- Störung der Gedächtnisbildung.



Die folgenden Symptome können auftreten:

- Motorische Hyperaktivität:
Dauernde, eventuell auch nur innere Rastlosigkeit; ziellose Hyperaktivität; kein Stillsitzen, andauernde Zappeligkeit, eventuell verstärkter Rededrang, Nägelknabbern, Bemalen von Hefträndern, Beknabbern von Bleistiften usw.

- Impulsivität:
Unberechenbares Verhalten (Unfallgefahr!), Erregbarkeit, Irritierbarkeit; niedrige Frustrationsschwelle, starke Stimmungsschwankungen, Empfindlichkeit gegenüber Kritik, rasches Weinen, Wutausbrüche, Aggressivität

- mangelhafte emotionale Steuerung:
zunehmende Selbstwertzerstörung; mangelndes Realitätsgefühl; Mutlosigkeit, Verleugnung von Schwierigkeiten

- dissoziales Verhalten:
Außenseiter, wenig Freunde, Streitsüchtigkeit; Schlagen und Raufen, Klassenclown



Die Therapie bei ADS beinhaltet:


- Basistraining
Aufmerksamkeitsgrundfertigkeiten einüben: genau hinschauen; genau hinhören; genau
nacherzählen; Reaktionsverzögerung; Handlungsregulation; Ablenkungen standhalten

- Elternanleitung
Infos über die Aufmerksamkeitsstörung; Infos über die Therapieziele; Hilfe bei der Unterstützung des Kindes; Einübung prozessorientierter Hilfen; problemorientierte Beratung (Erziehungs- und Hausaufgabensituationen)

- Problemlösestrategietraining
Organisationsprinzipien erkennen; Planungsverhalten ableiten und umsetzen; Strategien auf abstrakte Probleme anwenden lernen

- Vermittlung von Lernstrategien
aktives strukturieren von Material/Lernstoff; Informationsaneignung; Gedächtnisstrategien u. a.

- Vermittlung sozialer Kompetenzen
Stärkung der Selbststeuerungsfähigkeit; Förderung der sozialen Wahrnehmung; Einübung sozialer Fertigkeiten; Vermittlung von Selbstsicherheit und Selbstvertrauen

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Umschriebene Entwicklungsstörungen, Teilleistungsstörung
(Legasthenie, Dyskalkulie)

- Legasthenie (Lese- und Rechtschreibstörungen (LRS))

Def.: Auffallende Schwierigkeiten im Erwerb des Lesens und Schreibens, die nicht durch geistige Behinderung, neurologische Faktoren oder mangelhaften Unterricht zu erklären ist

Merkmale: Beginn in Kindheit, stetiger Verlauf, häufig mit Entwicklungsstörung des Sprechens, oft Hyperaktivität, ein Teil der LRS-Kinder hat schon im Vorschulalter psychische Auffälligkeiten

Auftretenshäufigkeit: 5-10%,

Komorbidität: >25% emotionale Störung, 12% Störung des Sozialverhaltens

Therapie
Sicherstellen schulischer Unterstützung; spezifische Übungsbehandlung (z.B. Training zur phonologischen Bewusstheit); Behandlung psychischer Begleiterscheinungen; Stärkung von Interesse und Lernfreude, Abbau von Versagensängsten, wichtig: früh fördern, viel üben

 

- Dyskalkulie (Rechenstörungen)

Def.: Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, s. o. LRS

Auftretenshäufigkeit: 4-6%, meist bis zur 2. / 3. Klasse erkannt, oft Kopplung mit LRS

Merkmale: Schwierigkeiten in Zahlensemantik (z. B. Rechenoperationen werden nicht verstanden), sprachlicher Umgang mit Zahlen ist mangelhaft, Aufmerksamkeitsfehler, häufig Probleme beim Überschreiten der Zehnerübergänge, rechenstrategische Defizite, Schwierigkeiten
bei räumlicher Vorstellung, Einfluss von Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Tempo der Infoverarbeitung

Therapie
s. o. LRS, Übungen mit schrittweisem Vorgehen bei z. B. Textaufgaben

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Tics und motorische Stereotypien

Definition: Bewegungsphänomene, gekennzeichnet durch Ziellosigkeit, abrupte Durchführung, Wiederholungstendenz
Tourette-Syndrom (kombinierte vokale + multiple motorische Tics, z. B. gestische Echopraxie),

Formen: einfache vs. komplexe motorische Tics (z. B. Augenzwinkern vs. Hüpfen), einfache
vs. komplexe vokale Tics (Räuspern vs. Schreien, sinnvolle Verbalisierungen möglich, z. B. Koprolalie als zwanghaft obszöne Ausdrücke, Echolalie als zwanghaftes Nachsprechen), sensorische Tics

Therapie:
- Stereotypien: Assoziation mit anderen psychischen Störungen berücksichtigen,
VT mit Situationsanalyse in natürlicher Umgebung,
Aufbau alternativer Verhaltensweisen,
- Tics: Aufklärung, Selbsthilfegruppen und Gespräche für sekundäre Probleme,
VT zum Erlernen von Kontrolle über Tics

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Alterstypische Verhaltensauffälligkeiten

wiederholt auftretende, jederzeit unterdrückbare Handlungen, die nicht Teil einer psychischen
Störung sind; z. B. Daumenlutschen, Nägelbeißen
Trichotillomanie: Drehen, Zupfen, Ausreißen von Haaren
Automutilatio (= selbstverletzendes / autoaggressives Verhalten)
Schlafstörungen: Ein- und Durchschlafstörungen (z. B. Pavor nocturnus als nächtliches
Aufschrecken mit ängstlichem, schläfrigem Zustand), Schlafwandeln

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Essstörungen (Adipositas, Anorexie, Bulimie)

- Adipositas (Fettleibigkeit)

überdurchschnittlicher Anteil der Fettmasse am Körpergewicht
Body-Mass-Index ab 30 (BMI: Gewicht in kg / Körperlänge in mxm)
Umweltfaktoren: erhöhte Energiezufuhr bei erniedrigtem Energieverbrauch genannt „positive
Energiebilanz“, Stress, Essverhalten (Fettpräferenz, gestörte Regulation der Sättigung),
reduzierte Schlafzeit (Wachstumshormone werden im Schlaf ausgeschüttet)
genetische Faktoren: größter Risikofaktor ist Vorkommen von Adipositas bei beiden Elternteilen
(80% der adipösen Kinder mind. 1 adipösen Elternteil), aber auch Prägung durch
Ernährungsverhalten
Therapie
VT: Ernährungsmanagement (Infos zu Fett- und Kaloriengehalt),
Verhaltensänderung durch Selbstbeobachtung und Stimuluskontrolle (Essen weniger erreichbar
machen)
Kontingenezmanagement (positive Verstärung)
Pudel: Spiel, um zu lernen, was Lebensmittel mit hohem Fettanteil sind („Fetties“), regelmäßige
Mahlzeiten, Zeit für Essen lassen)
Bewegung (Sportprogramme, life-style-Programme, in Alltag einbauen)

- Magersucht (Anorexia nervosa, AN)

Merkmale: Gravierender Gewichtsverlust, erniedrigter Wachstumshormonspiegel im Blut,
Energieumsatz reduziert, Auszehrung, periphere Ödeme, kardiovaskuläre Störungen, verschlechterte
Nierenfunktion, Osteoporose, Schmerzschwelle, Körpersignale werden kaum
beachtet oder fehlinterpretiert.
Charakteristische Einstellungen: Ziel dünner zu werden, verzerrte Körperwahrnehmung,
gestörte Diskrimination von Hunger und Sattheit, Unempfindlichkeit gegenüber Kälte, geringes
sexuelles Interesse, hyperaktives Verhalten, fortwährende Beschäftigung mit dem
Thema Essen, Figur, Gewicht, depressive Symptome, Reizbarkeit, starkes Bedürfnis der
Kontrolle, reduzierter emotionaler Ausdruck.


Therapiebausteine
Zuerst Maßnahmen zur Verbesserung des körperlichen Zustands (medizinische Maßnahmen)
VT: Strukturierung des Essverhaltens, Essprotokoll, Essen am Gemeinschaftstisch
Gewichtsverträge, in denen Zielgewicht und geforderte wöchentliche Gewichtszunahme
sowie Konsequenzen eingetragen werden
Informationsvermittlung
Vermittlung von Maßnahmen zur Bewältigung belastender Situationen durch Stressbewältigungsmöglichkeiten
und Problemlösefertigkeiten, Entspannungstechniken
Interventionen für die verzerrte Körperwahrnehmung: Konfrontation mit Spiegel oder Video,
Körperumrisszeichnungen
Training in Körperwahrnehmung und körperorientierte Therapie
Bearbeitung von dysfunktionalen Kognitionen
Training sozialer Kompetenzen, Bearbeitung interpersoneller Konflikte, interpersonelle Therapie
Familienorientierte Therapie

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Störungen der Impulskontrolle

in vielen Störungen ist mangelnde Impulskontrolle enthalten, z. B.: pathologisches Spielen,
pathologische Brandstiftung, Kleptomanie, Trichotillomanie (s. o.), Esstörungen, dissoziales
Verhalten

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Störungen des Sozialverhaltens

Definition: repetitives und anhaltendes Verhaltensmuster, das grundlegende Rechte anderer
und wichtige altersentsprechende Normen verletzt (Dissozialität); aggressives Verhalten
gegenüber Menschen oder Tieren, Zerstörung von Eigentum, Betrug / Diebstahl, schwere
Regelverstöße
Therapie
VT: Problemlösungstraining, Elterntraining (Ziel, Aufmerksamkeit auf positives Verhalten zu
legen, keine inadäquaten Strafen)
Jugendhilfe: Multi-Problemfamilien überfordert durch VT-Forderungen, pädagogische Unterstützung
anstreben in Form von Familienhilfe, Tagesgruppen, stationäre Unterbringung,
Einzelbetreuung

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Angststörungen im Kindes- und Jugendalter

Formen: nicht generalisierte Form (auf einzelne Situationen beschränkt wie Aufführungen,
Reden vor anderen), generalisierte Form (höhere Häufigkeit der Ängste, allgemeinere Natur
der Ängste)
Schulphobie, Trennungsangst
Angstphänomene sind normale entwicklungsbedingte Phänomene, z. B. Trennungsangst
mit 8 Monaten, später Angst im Dunkeln, vor Gewitter, Angst vor dem Tod
Therapie
klare Entscheidungen treffen, Koordination mit Schule und Hausarzt, stationäres Behandlungsprogramm
bei massiver Schulphobie
kognitiv-behaviorales Programm nach Flannery-Schroeder & Kendall (1993)
Training für sozial unsichere Kinder nach Petermann & Petermann (1988)

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Sexueller Missbrauch und sexuelle Misshandlung

Sexueller Missbrauch: Einbeziehen von Kindern und Jugendlichen in sexuelle Aktivitäten,
deren Funktion und Tragweite sie nicht überschauen können
Sexuelle Misshandlung: Gewaltanwendung für Durchführung von sexuellen Aktivitäten
Folgen
kurzfristig: körperliche Verletzungen, Schmerz, Misstrauen, Resignation & Depression, verringertes
Selbstwertgefühl, Ohnmachtsgefühle, Rückzug, Suizidgedanken /-versuche
mittel- bis langfristig: psychische Störungen wie depressive Verstimmungen, Lern- und
Leistungseinbußen, Verwahrlosung, Konversionssyndrome, dissoziative Störungen;
Störungen der Identitätsentwicklung; Partnerschaftsstörungen

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Selbstverletzung und suizidales Verhalten

Einfluss vieler Störungsbilder, grundlegende Merkmale: mangelnde Impulskontrolle,
Störung der Affektregulation, Selbstverletzendes Verhalten Ähnlichkeit mit Suchtverhalten
durch ausgeprägte Wiederholungstendenz, durch Angst- und Spannungsreduktion
Therapie
suizidales Verhalten: stationäre Unterbringung mit Behandlung der zugrunde liegenden
Störung
Selbstverletzendes Verhalten: Suizidalität einschätzen, VT mit Verhaltensanalyse (Identifikation
von aufrechterhaltenden Bedingungen wie vermehrte Zuwendung / Vermeidung von
angstbesetzten Situationen, Selbststimulation), Aufbau alternativer Verhaltensweisen,
kognitive Ansätze (Selbstkontrolltechniken, Selbstinstruktionstraining)

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Psychische Störungen im Zusammenhang mit zerebralen Schädigungen

markante Änderung in engem zeitlichen Zusammenhang mit Hirnschädigung in Form von
neurologischen Ausfällen, psychischen Auffälligkeiten oder Verhaltensänderungen
Therapie
kognitiver Bereich: Übungen für Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnis, Lernverhalten,
Denken, Problemlösen
emotionaler Bereich: VT für Ängste und Zwangssymptome
Sozialverhalten: Trainingsprogramme z. B. zur Vermittlung von Einsicht in soziale Problemlagen
und Konsequenzen aggressiven Verhaltens
Impulskontrolle: Behandlungsprogramme wie bei HKS („erst denken, dann handeln“)
neurologische Ausfälle: Ergotherapie, Sprachtraining...
Psychotherapie: VT mit Ziel, Alltagsnähe vermitteln, gezielte, symptombezogene Verbesserung

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